Winterdienst auf dem Panorama-Radweg Balkantrasse

ADFC Ortsgruppe stellt Bürgerantrag

Anstelle Schilder aufzuhängen sollten sie die Trasse freischieben, Geht in aneren Kommunen auch.
Anstelle Schilder aufzuhängen, sollten sie die Trasse freischieben. Geht in anderen Kommunen auch. © Sabine Krämer-Kox

Alle Jahre wieder entflammt die Diskussion um den Winterdienst auf dem Panorama-Radweg Balkantrasse. Ein knapp 30 Kilometer langer Teilabschnitt verbindet die Städte Remscheid, Wermelskirchen, Burscheid und Opladen; an den beiden Endpunkten befinden sich Bahnanschlüsse. Remscheid weigert sich bisher standhaft, einen Winterdienst einzurichten. Wermelskirchen hat vorletztes Jahr eingelenkt und räumt seitdem vorbildlich, und zwar auf ganzer Wegbreite (3 Meter). Schnee und Eis werden rückstandsfrei entfernt und eine Salzlösung beseitigt den letzten hartnäckigen Rest. Bleibt es dann frostig, aber niederschlagsfrei, trocknet der Asphalt ab und bietet allen – Radfahrenden, Joggern, Spaziergängern, Eltern mit Kindern und Hundebesitzern - ein sicheres und entspanntes Vorankommen.

In Burscheid-Hilgen in Höhe des ehemaligen Bahnhofs endet bei winterlichen Witterungsverhältnissen jedoch derzeit die sichere Begeh- und Befahrbarkeit, da die Stadt Burscheid Schnee und Eis auf dem Weg belässt. Darauf weisen entlang der Strecke zahlreiche Schilder mit der Aufschrift „Auf diesem Weg kein Winterdienst, Benutzung auf eigene Gefahr“ unmissverständlich hin.

Bürgerantrag gem. § 24 GO
Vor dem Hintergrund des Klimaschutzes und einer dringend notwendigen Verkehrswende hat die ADFC-Ortsgruppe Wermelskirchen/Burscheid nun einen Bürgerantrag gem. § 24 GObezüglich Winterdienst auf dem Panorama-Radweg Balkantrasse auf Burscheider Stadtgebiet gestellt. Der Winterdienst auf einer Strecke von ca. sieben Kilometern Länge soll der niedrigschwelligen Förderung der Nahmobilität und der Sicherung des Rad- und Fußverkehrs in Burscheid dienen.

Bedeutung für die Erreichbarkeit der Innenstadt
Der Panorama-Radweg wird nicht nur von Freizeitradlern und Pendlern genutzt, sondern auf Burscheider Gebiet insbesondere von Radfahrenden, die aus den Außenlagen schnell und unkompliziert ins Zentrum gelangen möchten, um dort Geschäfte, öffentliche Einrichtungen, Schulen, Arztpraxen, Restaurants, Banken u. v. a. m. aufzusuchen. Vor allem Bürgerinnen und Bürger der Ortsteile Hilgen, Dünweg, Dierath, Kuckenberg, Rötzinghofen, Füllsichel und Eulenflug profitieren von der kurzen und bequemen Anbindung mit dem Fahrrad an die Innenstadt. Auch viele Fußgänger nutzen den kombinierten Rad-/Gehweg täglich, um in die Stadt zu gelangen.

Gefahrenlagebei winterlichen Witterungsbedingungen
Wenn frisch gefallener Schnee nicht geräumt und der Weg von Fußgängern und Fahrrädern genutzt wird, bildet sich bei Temperaturen über null Grad Celsius eine inhomogene Matschschicht. Sinken die Temperaturen dann unter den Gefrierpunkt, verfestigt sich dieser Schneematsch. Er bildet eine gefährliche, holprige Eisschicht, die oft viele Tage oder sogar Wochen den Weg bedeckt.

Dies macht die Nutzung mit dem Fahrrad unmöglich; für Fußgänger entsteht bei der Nutzung ein hohes Risiko. Täglich sind insbesondere viele, auch ältere Hundehalter*innen auf dem Panorama-Radweg unterwegs. Im Dunkeln sind dort eine Anzahl Jogger anzutreffen, die sich fit und gesund halten wollen. Da der Bahntrassen-Radweg unbeleuchtet ist, erhöht sich in der Dunkelheit bei Eis und Schnee die Unfallgefahr für alle Nutzer erheblich.

Frequenz
Die Daten der Dauer-Zählstelle am ehemaligen Bahnhof in Hilgen belegen, dass der Panorama-Radweg auch in den Wintermonaten rege genutzt wird. Hier exemplarisch die Radbewegungen aus dem Jahr 2022 (ohne Winterdienst):

Januar 2022:      4.285
Februar 2022:     5.054
November 2022: 7.191
Dezember 2022: 2.541

Auch im Winter sollte durch entsprechenden Winterdienst die durchgängige, sichere Begeh- und Befahrbarkeit - zumindest des Panorama-Radwegs Balkantrasse – in Burscheid auf der Länge von knapp 7 Kilometern lückenlos gewährleistet sein.

Der ADFC Wermelskirchen/Burscheid bittet die Stadt Burscheid um erneute Prüfung und Beratung des Bürgerantrags im zuständigen Fachausschuss.


https://rheinberg-oberberg.adfc.de/neuigkeit/winterdienst-auf-dem-panorama-radweg-balkantrasse

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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    Die Infrastruktur für das Fahrrad nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubten Parken schützen.

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