Einfache Fahrradreparaturen zu Hause machen

Am 21. Oktober 2023 hat die Open Repair Alliance zum siebten International Repair Day eingeladen. Unter dem diesjährigen Motto „Repair for Everyone“ sollen Menschen dazu angeregt werden, wieder mehr selbst zu reparieren.

Die Standpumpe mit Manometer sollte in keinem Fahrradhaushalt fehlen. Richtiger Druck sorgt für Leichtlauf und Pannensicherheit.
luftpumpe © www.sks-germany.com | pd-f

Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. Auch am Fahrrad oder E‑Bike kann man einige Reparaturen selbst durchführen – und braucht bei vielen Arbeiten nicht mal ein Spezialwerkzeug. Der pressedienst-fahrrad liefert Tipps und Tricks.

Reifen richtig aufpumpen

Damit man möglichst pannensicher und schnell unterwegs ist, ist der richtige Reifendruck entscheidend. Dieser ist auf der Reifenflanke angegeben. Rund einmal im Monat sollte man den Reifendruck überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Dafür ist eine Luftpumpe mit Manometer empfehlenswert.

Hilfsmittel: Luftpumpe mit Manometer („Airmotion 12.0“ von SKS Germany, UVP: 54,99 Euro)

Schlauch flicken

Wenn der Reifen platt ist und kein Pumpen mehr hilft, muss wahrscheinlich der Schlauch geflickt werden. Dafür muss man zuerst das komplette Rad ausbauen und den Reifen von der Felge lösen. Anschließend sucht man das Loch im Schlauch – z. B. indem man ihn leicht aufgepumpt durch Wasser wandern lässt und an den Bläschen abliest, wo die Luft entweicht. Die Stelle raut man mit einem Schleifpapier leicht auf. Dann schließt man das Loch mit einem selbstklebenden Flicken (bzw. mit Vulkanisierlösung und herkömmlichem Flicken), legt den leicht aufgepumpten Schlauch ein, zieht den Reifen auf und pumpt fertig auf.

Hilfsmittel: Selbstklebende Flicken (z. B. von 3min19sec, UVP: 1,99 Euro für sechs Stück), Reifenheber (z. B. von Schwalbe, UVP: 4,90 Euro), Luftpumpe, Eimer mit Wasser, ggf. Maul- oder Inbus-Schlüssel zum Lösen der Achse

Kette ölen

Eine gut gewartete Fahrradkette läuft nicht nur reibungslos, sondern sie hält auch länger. Dabei wird das Öl auf der Innenseite der Kette, am besten aus einer Tropfflasche, aufgetragen. Dabei darauf achten, dass nicht zu viel Öl auf die Kette kommt. Überflüssiges Öl danach mit einem sauberen Tuch abwischen. Tipp für Menschen, die keine Lust auf Ölen haben: Riemenantriebe gelten als wartungsarm, laufen ohne weitere Schmierung und halten sogar noch länger als eine Kette.

Hilfsmittel: Spezielles Kettenöl für Fahrräder (z. B. „ChainJ“ von Pedro’s, UVP: 6,90 Euro/50 ml), ein trockenes Tuch

Kette wechseln

Eine verschlissene Fahrradkette kann man auch zu Hause wechseln. Dafür wird die alte Kette mit einem Kettennieter aufgetrennt und entfernt. Achtung bei der Auswahl der passenden neuen Kette: Sie muss bei der Anzahl der Ritzel mit der Schaltung kompatibel sein. Die neue Kette wird auf die richtige Länge gekürzt, eingefädeln und verschlossen. Die meisten Ketten, z. B. von KMC, kommen heutzutage mit einem Kettenschloss, dass sich einfach zuklicken lässt. Tipp eins: Um zu überprüfen, ob die Kette wirklich getauscht werden muss, hilft eine Kettenverschleißlehre. Tipp zwei: Stark verschlissene Ketten sollten am besten zusammen mit der Kassette getauscht werden. Hier ist der Gang in den Fachhandel sinnvoll – denn dies bedarf Spezialwerkzeugs.

Hilfsmittel: Kettennieter (z. B. „Apprentice Chain Tool 1.1“ von Pedro’s, UVP: 49 Euro), Kettenverschleißlehre (z. B. „Chain Checker Plus II“ von Pedro’s, UVP: 20,90 Euro)

Bremsbeläge tauschen

Sind die Bremsbeläge bei Scheibenbremsen abgefahren, zeigt die Bremse nicht mehr die volle Leistung. Ein Wechsel der Bremsbeläge ist in der Regel einfach und mit wenigen Handgriffen erledigt. Wie man vorgeht, hängt von Art der Bremse und vom Hersteller ab. Bei einigen Scheibenbremsen muss nicht einmal mehr das Rad entfernt werden. Bei allen Systemen ist eines allerdings gleich: Durch den Verschleiß rücken die Bremskolben weiter aus dem Bremssattel heraus. Um Platz für den neuen Belag zu machen, müssen die Kolben zurückgedrückt werden, z. B. mit einem Reifenheber. Achtung: Die neuen Bremsbeläge müssen eingebremst werden. Dazu reichen meist etwa 20 Bremsungen aus voller Fahrt bis zum Stillstand.

Hilfsmittel: Reifenheber, Werkzeug je nach Hersteller (Inbus-Schlüssel, Schraubendreher oder Zange)

Bremsenschleifen beseitigen

Die Ursachen für eine quietschende oder schleifende Bremsscheibe können vielseitig sein. Oft handelt es sich um eine verschmutzte oder verölte Bremsscheibe. Mit einem Bremsenreiniger lässt sich der Schmutz entfernen. Dafür baut man das Laufrad aus, sprüht die Bremsscheibe ein, lässt es kurz einwirken und wischt anschließend mit einem sauberen Tuch nach. Liegt eine Verschmutzung der Bremsbeläge vor, muss man sie ersetzen. Bleibt das Schleifen weiterhin bestehen, lässt sich das Problem gegebenenfalls durch Nachjustieren des Bremssattels beheben. Dafür löst man die Schrauben am Bremssattel und platziert ihn ihn mit möglichst gleichem Spaltmaß beidseits der Scheibe. Anschließend zieht man die beiden Schrauben bei gezogenem Bremshebel wieder an.
Hilfsmittel: Bremsreiniger (z. B. „Brake Clean“ von Motul, UVP: 10,90 Euro/ 300 ml), Lappen, Inbus-Schlüssel

Sattel wechseln

Der Wechsel des Fahrradsattels ist in vielen Fällen eine einfache Sache: Mit einem Inbus-Schlüssel müssen lediglich ein oder zwei Schrauben gelöst werden, um den alten Sattel zu entfernen. Anschließend wird der neue Sattel aufgesteckt und festgeschraubt. Dabei sollte man die Drehmoment-Angaben des Herstellers beachten. Wichtig dabei ist zudem die richtige Position des Sattels. Falls die alte Satteleinstellung bereits passte, kann man vor dem Wechsel mit einem Maßband den Abstand von der Sattelspitze zum Steuerrohr und zum Tretlager messen. Überträgt man die Werte auf den neuen Sattel, hat man eine gute Basis für eventuelles Fein-Tuning. Eine Wasserwaage hilft bei der waagrechten Ausrichtung des Sattels. Wer es etwas genauer machen möchte, kann auch eine spezielle Fittingbox zur ergonomisch passenden Einstellung nutzen.

Hilfsmittel: Inbus-Schlüssel (z. B. „Set TB-TH35“ von Super B, UVP: 34,90 Euro) oder Drehmomentschlüssel (z. B. im Set von Mighty, UVP: 83,90 Euro), Maßband, Wasserwaage, alternativ: „Fittingbox“ von Ergon (UVP: 34,95 Euro)

Regenjacke flicken

Fahrradbekleidung – wie zum Beispiel Regenjacken – kann bei einem Sturz einen Riss bekommen. Manche Hersteller, z. B. Vaude, raten dazu, den Riss oder das Loch mit einem Klebepatch zu überdecken. Dafür schneidet man den Patch entsprechend zu und klebt ihn auf die trockene Oberfläche. Tipp: Den Flicken am besten rund schneiden. So können sich keine Ecken lösen.

Hilfsmittel: Klebepatch (z. B. „Flick & Fertig“ von Kleiber, UVP: abhängig von Größe), Schere

Rad putzen

Repair heißt nicht automatisch reparieren. Oft kann schon ein einfacher Radputz ein paar Probleme lösen. Schmutz an der Kette lässt sich mit einem Tuch entfernen; die einzelnen Ritzel lassen sich mit einer Bürste oder einer alten Zahnbürste reinigen. Verschmutzungen am Rahmen lassen sich mit etwas Wasser und einem Fahrradreiniger entfernen.

Hilfsmittel: Fahrradreiniger (z. B. „Bike Wash“ von Toniq, UVP: 9,99 Euro / 500 Milliliter), Eimer mit Wasser, Lappen, Zahnbürste oder Ritzelbürste (z. B. „Toothbrush“ von Pedro’s, UVP: 7,40 Euro)


https://rheinberg-oberberg.adfc.de/neuigkeit/einfache-fahrradreparaturen-zu-hause-machen

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 190.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

    Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen. Lesen Sie in unserem Grundsatzprogramm mehr über die Ziele und Forderungen des ADFC – und werden Sie Mitglied in der weltweit größten Zweiradgemeinschaft.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

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    Für Sie hat die ADFC-Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können, egal wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Radwelt Informationen zu allem, was Sie als Rad fahrenden Menschen politisch, technisch und im Alltag bewegt. Nutzen Sie als ADFC-Mitglied außerdem vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied? Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubten Parken schützen.

    Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. Mehr zur Infrastruktur für den Radverkehr erfahren Sie hier.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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