Campana-Radsport sattelt um auf Edelhelfer

Edelhelfer GmbH in Dortmund, Recklinghausen, Krefeld und jetzt auch in Burscheid

Bild_01 Eröffnungsfeier am_12.01.24.
Bild_01 Eröffnungsfeier am_12.01.24. © Sabine Krämer-Kox

In Radfahr-Kreisen ist „Campana-Radsport“ seit langem weit über die Grenzen Burscheids hinaus ein Begriff. Das weiß auch Bürgermeister Dirk Runge am 12.01.2024 in seiner Rede anlässlich der Neu-Eröffnung des alteingesessenen Fahrradgeschäfts zu berichten. Viele Burscheider*innen haben hier seit Jahrzehnten ihre Zweiräder gekauft. Jetzt übergibt Sven Riedesel das Traditionsunternehmen an die Edelhelfer GmbH.


Gegründet wurde das Fahrradgeschäft „Campana“ 1976 durch den italienischen Radrennfahrer Campana. Sven Riedesel arbeitete dort seit 1990 - zunächst als Verkäufer, 2002 wurde er Geschäftsführer, bis er im Jahr 2008 die alleinige Leitung übernahm. Seit Dezember 2023 hat Sven Riedesel, der seit vielen Jahren mit seiner Frau Heike hinter dem Namen Campana-Radsport stand, auf Edelhelfer umgeflaggt.

Was ist ein „Edelhelfer“?
Manch einem wird der neue Name etwas merkwürdig vorkommen. Hier zur Erklärung:  Edelhelfer bilden bei Radrennen das Team, das dem Profi auf´s Siegertreppchen verhilft. Bekanntester Edelhelfer war wohl Udo Bölts, u. a. durch seinen legendären Ausspruch „Quäl dich, du Sau!“ in aller Munde. Die Edelhelfer unterstützen ihren Team-Chef, indem sie ihn im Windschatten fahren lassen, ihm Wasser oder Energieriegel anreichen oder ihn anfeuern. Die Namenswahl der Edelhelfer GmbH entbehrt also nicht eines gewissen Charmes. Edelhelfer betreibt insgesamt vier Radsportläden, und zwar in Dortmund, Recklinghausen, Krefeld und jetzt auch in Burscheid. Die neue Burscheider Niederlassung lädt im Gewerbegebiet, Industriestraße 53, zu einem Besuch ein.

Weshalb Umflaggung von Campana-Radsport auf Edelhelfer GmbH
Sven Riedesel wird in Kürze 60 Jahre. Letztes Jahr begann er über die Zukunft seines renommierten Fahrradgeschäftes und auch die seiner Belegschaft nachzudenken. „Leider wollte keiner aus den eigenen Reihen übernehmen“, erzählt Riedesel. Deshalb machte er sich auf die Suche nach einer geeigneten Nachfolge. Diese fand der Unternehmer zufällig auf den Tipp eines Außendienstlers hin. Riedesel habe von Anfang an gewusst, dass die Edelhelfer GmbH die richtige Wahl sei. Es habe große Übereinstimmungen in der Denkweise und sportlichen Ausrichtung gegeben. „Da stimmte einfach die Chemie“, so Riedesel. Man könne als größeres Unternehmen Lieferanten gegenüber besser und mit einem höheren Volumen auftreten, argumentiert der Unternehmer. „Das bietet gerade in der heutigen Zeit mehr Sicherheit für das Geschäft und die Belegschaft“, betont Riedesel.

Das neue „alte“ Edelhelfer-Team in Burscheid
Er freue sich nun auf den erfolgreichen Fortbestand des Radsportgeschäfts unter neuer Flagge, aber mit dem altbewährten Team von insgesamt 19 erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – zehn im Verkauf neun in der Werkstatt, erklärt Riedesel. Die Werkstattleitung obliegt nach wie vor Guido van Haren, der auch Geschäftsführer ist.

Riedesel und seine Frau Heike werden weiterhin im Laden mit anpacken, er als Geschäftsführer. Schließlich seien das Geschäft und der Sport sein Lebensinhalt. Zukünftig werde er hoffentlich wieder etwas mehr Zeit zum Radfahren und für sein Ehefrau Heike haben, die ihn von Anfang an tatkräftig unterstützt habe. „Der Chef hier ist sie“, verrät er augenzwinkernd. Sie war es auch, die ihm 1983 sein erstes Rennrad - ein rotes Moser-Rad - geschenkt habe. Eigentlich sei er früher Leistungsschwimmer gewesen. Über den Triathlon kam er dann zum Radfahren. Sven Riedesel nahm an mehreren Iron-Man-Wettbewerben auf Hawaii teil - beste Platzierung: Rang 18 von über 3.000 Teilnehmern. Beim Iron-Man hat Sven Riedesel u. a. die Bekanntschaft von Joey Kelly gemacht. Die Freundschaft besteht bis heute. So war Joey Kelly auch unter den geladenen Gästen der Eröffnungsfeier.

Mehr Möglichkeiten, mehr Auswahl für die Kunden

Mit zuversichtlichem Blick in die Zukunft montierte Riedesel letzten November in den Geschäftsräumen in der Industriestraße 53 eigenhändig das Campana-Radsport Logo ab. Das Alte hinter sich lassen und einfach mal loslegen; nicht labern, sondern machen. „Done is better than perfect“. Pragmatismus gepaart mit Professionalität, alle legten gemeinsam Hand an. Der schnelle Umbau war eine Riesenleistung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Auf einer Gesamtfläche von 1.500 qm werden hochwertige Fahrräder und professioneller Service angeboten. Ein Fahrradgeschäft eröffnen können viele, aber auf den Service komme es an. Auf 900 qm Verkaufsfläche werden 188 Fahrräder angeboten, 60 Prozent davon Pedelecs. „Es sind genügend Räder da, jetzt müssen Menschen für die Räder gefunden werden“, meint der Geschäftsführer von Edelhelfer. (Anmerkung der Autorin: eins hat prompt ein neues Zuhause bei mir gefunden :-).  Die Kunden haben die Qual der Wahl zwischen Citybike, Mountain-Bike, Cyclocrosser, Gravelbike, Rennrad, Fully u.v.a.m. in allen erdenklichen Ausführungen, Ausstattungen, mit und ohne E-Antrieb, Stahl-, Alu- oder Carbonrahmen. Hinzu kommt eine große Auswahl an Ersatzteilen sowie funktionalem Equipment für Rad- und Fahrer*in. Anker-Partner für das Fahrradangebot sind die Firmen TREK und Specialized.

 3-P-Richtlinie“: Produkte, People, Präsentation
Die Fahrradindustrie stehe unter hohem Druck. Enorme Herausforderungen in der Supply Chain, veränderte Nachfrage, hohe Anforderungen im Service-Bereich werden von den Vertriebsleuten in der Festrede am 12.01.2024 genannt. Die richtige Krise komme erst noch, heißt es in der Diskussionsrunde. Jede Krise biete aber auch eine Chance. „Krise haben nur die Unbeweglichen, die so weitermachen wie bisher“, erklären die Experten. Mit dem neuen Konzept wolle man sich den Herausforderungen der Zeit stellen. Die Branche brauche starke Partner und „Macher“, die kompetent sind und sich committen.

Produkte: Edelhelfer verspricht durch innovative Produkte die Qualität hochzuhalten.

People: Menschen sollen gut beraten werden, um das Fahrrad zu finden, das zu ihnen passt – sei es von der Verwendung her und von den Abmessungen. Letzteres gewährleistet in den neu gestalteten Burscheider Geschäftsräumen das computergesteuerte „Smartfit“-Analysesystem. Anhand von Körpermaßen (Arm-, Beinlänge und Schulterhöhe) ermittelt dieses Computerprogramm je nach gewünschter Sitzposition – kompfort, neutral oder sportlich – die richtige Rahmenhöhe bzw. das Verhältnis von Positions ID, Sitzhöhe, Sattelposition, Sitzlänge und Lenkerhöhe zueinander. „Erklärtes Ziel ist es nicht nur, das passende Bike für dich und deine Zwecke zu finden, sondern es auch optimal auf dich abzustimmen - denn deine Sitzhaltung beeinflusst maßgeblich deine Leistung und deinen Fahrspaß“ heißt es hierzu auf der Webseite. Denn nur ein passendes Rad ist ein gutes Rad!

Präsentation: der Laden ist nicht nur Präsentationsstätte für Fahrräder, sondern eine Begegnungsstätte für Radfahrbegeisterte und nicht zuletzt ein Innovationsstandort.

„Fahre so viel oder so wenig, so weit oder nicht so weit wie du willst. Hauptsache, du fährst.”

(Eddy Merckx, Radrennfahrer)

https://rheinberg-oberberg.adfc.de/neuigkeit/aus-campana-wird-edelhelfer

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubten Parken schützen.

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