Vorsichtige Verbesserungen für den Radverkehr in Bergisch Gladbach

 

Das Radfahren ist in Bergisch Gladbach bekanntlich noch nicht sonderlich attraktiv. Insbesondere größere Investitionen in einen attraktiven und sicheren Radverkehr sind in Bergisch Gladbach noch Mangelware.

 

Mutzer Feld
Mutzer Feld © Bernd Beckermann

Aber auch scheinbare Kleinigkeiten, die aber aufgrund ihrer Häufung für den Alltagsradverkehr ein ernsthaftes Problem verursachen, müssen angegangen werden. Besonders ärgerlich und gefährlich sind z.B.  Schlaglöcher auf Radwegen und der rechten Seite von Straßen sowie zu tief liegende Gulli-Deckel. Auch zu hohe Bordsteinkanten verleiden häufig das Radfahren. Hier könnten schon kleine Maßnahmen das Fahrradklima verbessern und das Herz der Radfahrenden erfreuen. Im November hat sich tatsächlich Einiges getan, was mal gelobt werden muss.

Mehr Verbesserungen

Eine große Verbesserung ist die grundlegende Erneuerung des Radweges an der Odenthaler Straße inHebborn zwischen Voiswinkel und der Bundesstraße 506, die vom Landesbetrieb Strassen.nrw durchgeführt und in zwei Wochen abgeschlossen sein wird (Siehe auch November-Newsletter). Uns erwartet: Tolle Fahreigenschaft mit minimalen Rollwiderstand, durch Grünstreifen geschützt vor dem KFZ-Verkehr, sicheres Nebeneinander fahren, Vorfahren bis zur Ampel an der B506, vorbei am Rückstau der Autos!

 

Zeitgleich hat auch die Verwaltung der Stadt Bergisch Gladbach ins Portemonnaie gefasst und fußgänger- und fahrradfreundlich in neue Straßenlaternen investiert: Die direkt am Radweg gelegene Bushaltestelle Unterboschbach wird jetzt im Dunkeln beleuchtet wie auch die weitere Strecke über den Radweg und den Geh/Radweg zur Mutzer-Straße. Die aus der Siedlung Mutz kommenden Radfahrer und Nutzer der Bushaltestelle werden sich freuen.

Eine weiter Verbesserung betrifft den Abschnitt der Odenthaler-Straße unterhalb der Laurentiusstraße. Hier wurde im Vorgriff auf die Markierung des geplanten Schutzstreifens der rechte Rand der schadhaften Fahrbahnoberfläche komplett erneuert und die Absenkungen zu den Gullies minimiert. Schon jetzt spürt man bei Befahren der Oberfläche die angenehmere Fahrqualität und das Fehlen jeglicher misslichen Erschütterungen, insbesondere beim Fahren mit Kindern auf dem Rücksitz oder im Anhänger!

Diese Qualitätsverbesserung der Fahrbahnoberfläche wurde auch auf der Hauptstraße gegenüber der Gnadenkirche erzielt. Hier war es wegen der Schlaglöcher und tiefen Gullies eine Zumutung, mit dem Rad im Mischverkehr am rechten Fahrbahnrand zu fahren. Für die Anlage eines Radweges ist die Straße hier zu schmal, aber die durchgeführte Fahrbahnsanierung macht das Radeln auf der Fahrbahn jetzt deutlich sicherer.

Eine weitere Deckensanierung wurde in Hebborn am „Kölner Fenster“ auf dem für den Fuß- und Radverkehr reservierten Verbindungsweg zwischen der Hebborner Straße und dem Paffrather Friedhof vorgenommen. Die auf weiten Bereichen mit holprigen Kieselsteinen durchsetzte Deckschicht (noch auf dem Foto links unten noch erkennbar) wurde jetzt komplett saniert. Die Maßnahme ist ein Teil der Verbesserungen für den Radverkehr mit dem Ziel, über „schlaue Wege“ sicher und bequem zur IGP zu kommen.

Die kleinste, aber trotzdem sehr erfreuliche Maßnahme betrifft die Bordsteinkanten an dem Wendehammer am Ende der Straße „Mutzer Feld“. Über diesen Wendehammer fahren viele Radfahrende, die aus Bergisch Gladbach kommen und nach Voiswinkel möchten. Gefährlich war aber die bisher zu hohe Bordsteinkante, die beim Einbiegen im spitzen Winkel angefahren werden musste. In einer spontanen Aktion wurde hier auf Anfrage des ADFC vom Bauhof der Stadt ein barrierefreies Abbiegen ermöglicht.

Nach diesen Kleinigkeiten am Jahresende 2022 hoffen wir, dass die Verwaltung 2023 auch im Stande ist, größere Investitionen in Radwege erfolgreich zu tätigen und sind sehr gespannt, wann z.B. der erste Abschnitt der Paffrather Straße zwischen Reuterstraße und der B506 mit seinen geplanten Radfahrstreifen fertig gestellt sein wird.

Bernd Beckermann


https://rheinberg-oberberg.adfc.de/neuigkeit/vorsichtige-verbesserungen-fuer-den-radverkehr-in-bergisch-gladbach

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubten Parken schützen.

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